Melatonin ist ein Hormon
Bereits 2023 hat die Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin eine Leitlinie für die Melatoningaben bei Kindern verfasst, jetzt legte Stiftung Warentest mit einer eindringlichen Warnung nach: „Diese Mittel sind keine harmlosen Helfer“, so das Fazit der Produkttester, die vier der gängigsten Produkte untersucht haben.
Bei den freiverkäuflichen Melatonin-Gummibärchen handelt es sich um sog. Nahrungsergänzungsmittel, beidenen es keine Kontrollen zu Dosierung, Höchstmengen oder Anwendung gibt. Es gibt Empfehlungen zur täglichen Höchstmenge an Melatonin, die man einnehmen könnte, aber das Bundesinstitut für Risikobewertung weist ausdrücklich darauf hin, dass diese nur für Erwachsene gelten. Auch hier sagen die Experten, dass Melatonin für Kinder, Jugendliche und auch Schwangere ungeeignet ist.
Melatonin ist ein Hormon, das der Körper zur Steuerung seines Schlaf-Wach-Rhythmus selbst produziert. Der vom Körper natürlicherweise gebildete Melatoninspiegel erreicht morgens zwischen 2 und 4 Uhr seinen Höchststand. Zusätzliches Melatonin zur Einschlafzeit kann die innere Uhr des Körpers ziemlich durcheinander wirbeln.
Die Liste der möglichen Nebenwirkungen von Melatoningaben umfasst Albträume, Schläfrigkeit, Gangunsicherheit, verringerte Aufmerksamkeit und Kopfschmerzen. Durch morgendliche Benommenheit kann man auch alles andere als gut ausgeschlafen sein, weil die abendliche Einnahme von Melatonin noch in den nächsten Tag hineinwirkt.